Sucre, Bolivien

aktuelle Projektdarstellung Canto Sur Sucre 2010

Die Gruppe CANTO SUR besteht seit 1992. Zwei ihrer Musiker sind aus der traditionellen Musikgruppe LOS MASIS hervorgegangen. Inzwischen hat Canto Sur jedoch einen eigenständigen Weg eingeschlagen; Sie mischen traditionelle und moderne Musik, spielen auf traditionellen und elektronischen Instrumenten und haben so ihren eigenen musikalischen Stil gefunden. Neben der Mädchengruppe RAYMI ist die Gruppe das musikalische Aushängeschild der zugehörigen Musikwerkstatt CANTO SUR.

Rund 70 Kinder, Jugendliche und Erwachsene erlernen in der Musikwerkstatt das Spielen der typischen Instrumente der andinen und kreolisch-mestizischen Musik (Charango, Gitarre, Quena, Zampoña, Tarka und Bombo).

Die Teilnehmer stammen überwiegend aus einem der armen Vorstadtviertel, dem Barrio San Cristobal. Dreimal in der Woche treffen sich die Mädchen und Jungen in drei kleinen Räumen im Taller Canto Sur, um gemeinsam zu musizieren. 

Im Jahr 2005 wurde - unterstützt durch Spenden des JBH - das Haus der Familie Vargas in Sucre umgebaut bzw. erweitert, so dass nun im Erdgeschoss und in der ersten Etage mehr Platz für die Musikschule zur Verfügung steht.
Aus der Gesamtgruppe haben sich mehrere Kleingruppen von 6-7 Mädchen bzw. Jungen zusammen gefunden, die bereits als eigenständige Musikgruppen auftreten und traditionelle Stücke unter Anleitung des musikalischen Leiters Vicente Vargas selbst interpretieren. Für ihre Proben und Auftritte können sie die musikalischen Anlagen der Gruppe Canto Sur nutzen.

Seit einem Jahr unterrichtet Canto Sur auch regelmäßig Kinder und Jugendliche in einem Waisenhaus, dem Gran Hogar in Sucre. Besonders den älteren Jugendlichen dort hilft die Musik, ihre oft aggressiven Gefühle zu kanalisieren und ihr Selbstwertgefühl zu steigern. Mit Hilfe von Spenden aus Frankreich können in diesem Jahr (2006) für das Waisenhaus Instrumente angeschafft werden. Aus der Gesamtgruppe, die überwiegend auf Zampoñas (Panflöten) unterrichtet wird, hat sich bereits eine besonders motivierte Gruppe von 7 Jugendlichen herausgefunden, die auch Gitarre, Charango und Kena spielen gelernt haben, und die im Juli 2006 ihren ersten öffentlichen Auftritt anlässlich eines Konzertes in der Casa de la Cultura erleben konnten.

In der Instrumentenwerkstatt werden viele der traditionellen Instrumente selbst hergestellt. Die Jugendlichen erlernen, ihre Flöten und Trommeln in eigener Handarbeit aus Naturmaterialien herzustellen. Neustes Projekt von Canto Sur ist der Eigenbau von Charangos. Außerdem werden viele musikalische Aktivitäten durchgeführt. Die Mitglieder des Centros Canto Sur nehmen an städtischen Umzügen zu kulturellen Anlässen in Sucre, so zum Beispiel an Karneval oder an dem großen Umzug zu Ehren der Virgen de Guadalupe teil und die Musikgruppen treten bei verschiedenen festlichen Anlässen öffentlich auf.


Unterricht und Freizeitgestaltung sollen Kinder und Jugendliche vor der Straße bewahren und ihre kulturelle Identität stärken.

Die Hauptgruppe Canto Sur gibt große Konzerte nicht nur in Sucre, sondern inzwischen auch regelmäßig in La Paz und anderen Städten Boliviens. Dazu gehören auch die Produktion mehrerer CDs, ein Gastspielaufenthalt in Japan (Sept. ’97), sowie zwei musikpädagogische Projekte in Osnabrück (1996 und 1998), je eine zweimonatige Deutschland-Frankreich-Tournee im Jahr 2003 und 2005.

Zum musikalischen Selbverständnis:

Hörbeispiel (4.4 MB) 1997

Hörbeispiel (4.4 MB) 2003

Bombo

Charango

Tarka

Zampona

Die andine Musik hatte ursprünglich verschiedene Funktionen:  (religiöse) Zeremonien - Feste - künstlerischer Ausdruck

Diese Rhythmen erleben eine Vermischung nach der Ankunft der Spanier1492, während der Kolonialzeit tauchen neue Rhythmen auf, benannt nach Kreolen oder Mestizen (Mischbevölkerung zwischen Spaniern und Einheimischen), interpretiert auf eigenen oder übernommenen Instrumenten:

die Gitarre, das Charango, die Mandoline, die Kena, die Sicus  usw.

Die tradit. Melodien mit eigenem Charakter werden bewahrt und gegenwärtig in den originalen Arten gespielt, sie benennen sich nach den Ureinwohnern (Musica Autoctona).
In den städtischen Bereichen wird die kreolisch-mestizische Musik gespielt, ergänzt durch Beiträge neuer Komponisten. Die Themen dieser neuen Stilrichtung sind hauptsächlich die Liebe, das Vaterland oder die Natur.

CANTO SUR gestaltet durch eigene Erfahrung ihre Musik, so entstehen neue Schöpfungen für Jugendliche, Kinder und Erwachsene mit aktuellen Texten und Melodien unter Einbeziehung neuer Techniken. 

Durch Zusammenschmelzen von Rhythmus und Melodie wird eine musikalische Identität der Gegenwart ermöglicht.




LINK zur französischen Seite von/für Canto Sur:

www.cantosurbolivia.com

 

Stichwort für projektbezogene Spenden: "Canto Sur"

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