Taller Protegido Sucre

arbeitstherapeutische Werkstatt

 

 

Werkstatt

In der Werkstatt können etwa fünfzehn Menschen mit vorwiegend geistiger Behinderung durch individuell zugeschnittene Förderpläne gefordert und gefördert werden. Sie werden je nach Interessen und Entwick-
lungsmöglichkeiten einer von drei Arbeitsgruppen zugeteilt. Jede Gruppe wird von einer bolivianischen 
Kraft angeleitet.

Ziel ist die bestmögliche Förderung der Fähigkeiten und Fertigkeiten jedes Einzelnen im handwerklichen, sozia-
len und kognitiven Bereich.

Die gefertigten Produkte werden in halbjährlich statt-
findenden Ausstellungen verkauft und erfreuen sich großer Beliebtheit. Der Erlös reicht aber gerade für ein kleines Taschengeld und dem Beschaffen neuer Materialien.

 

Bäckerei und Cafe´

Ein wenig anders steht es mit der Bäckerei und dem angeschlossenen Cafe´. Hier steht die Produktion im Vordergrund, mit dem Ziel finanziell selbstständig und unabhängig zu sein.

Für bis zu sechs Menschen mit Behinderung, die gleich-
gleichzeitig noch individuell betreut werden, stellt sie einen weiteren Schritt in das normale Arbeitsleben dar; sie bietet ihnen einen festen Arbeitsplatz mit kleinem Gehalt. Neben einer festen bolivianischen Ganztagskraft arbeiten hier eine oder zwei meist deutsche Freiwillige.

 

 

 

 

Soziale Fähigkeiten und Integration

Neben dem Erwerb von handwerklichen Fähigkeiten und der damit verbundenen Steigerung des Selbstwertgefühls, wird ebenfalls sehr viel Wert auf die Entwicklung von sozialen Fähigkeit bei den behinderten Menschen gelegt. Von der Anleitung zu oftmals stark vernachlässigter Hygiene (duschen, Zähne putzen), über tägliche sportliche Übungen und  sonderpädagogischen Unterricht, bis hin zu sozialen Aktivitäten wie Ausflügen, Geburtstagsfeiern und sonstigen Festen. Die behinderten Menschen sollen sich ernst genommen fühlen und offener, selbstbewusster und selbstständiger werden. Das Ziel ist die soziale Integration in Sucre und für zumindest einige  von ihnen einen Arbeitsplatz außerhalb des Projekts zu ermöglichen.



 

Öffentlichkeitsarbeit

 Die Öffentlichkeitsarbeit hat eine zentrale Bedeutung. Auf verschiedene Weise wird versucht einen möglichst großen Teil der Bevölkerung auf das Projekt aufmerksam zu machen. Dabei geht es nicht nur um den Verkauf der dort gefertigten Produkte, sondern vielmehr um das Thema der Integration von Menschen mit verschiedenen Behinderungen in den Arbeitsalltag.

Andere kleine Betriebe sollen dazu ermuntert werden ebenfalls Menschen mit Behinderungen für adäquate Arbeiten anzustellen. 

Es sollen aber auch interessierte Menschen für die Arbeit mit den Behinderten gefunden und ausgebildet werden. Bisher gibt es die Ausbildung zur Ergotherapeutin in Bolivien noch nicht, so dass neue Mitarbeiter zur Zeit von den „alten“ Mitarbeitern in Theorie und Praxis angelernt werden.

Im Mai 1998 fand in Sucre der erste internationale Kinder-Bobathkurs , von der Werkstatt organisiert, statt. 24 Krankengymnasten nahmen an dem Kurs teil und erhielten zum Abschluss das international anerkannte Bobathzertifikat und einen akademischen Titel der andinen Universität Sucre.

Frau Almut Reeh ist es gelungen, die Bevölkerung von Sucre und Umgebung auf die Arbeit des Taller und der Bäckerei aufmerksam zu machen und bekam für ihren Einsatz  im Jahre 1998 durch den Bürgermeister von Sucre de „Escudo de armas“, die Ehrenbürgerwürde der Stadt, verliehen. Der Verein unterstützt das Projekt seit 14 Jahren und finanziert zur Zeit die Gehälter für zwei Lehrpersonen.


Stichwort für projektbezogene Spenden: "Taller Protegido"

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