Brief von Annelie Dehmel
   
 

 

Alsbach, den 01.04.2009

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Die drei letzten Monate in Bolivien waren täglich belegt mit Aufgaben, Bestellungen, Transporte und Tätigkeiten in den beiden Jugendzentren in Cajamarca und Tarabuco, den Besuchen bei den zusätzlichen Projekten in Sucre (Herberge für krebskranke Landkinder, Kinderkrankenhaus, neue und ältere Projekte mit der Behindertenbehörde von Chuquisaca). Wieder befolgten wir unseren Auftrag die Umwelt zu erhalten und zu verbessern durch Anpflanzung von 1.000 Bäumen in Tarabuco (Spende der Alsbach-Hähnleiner Gemeinde) und 4.000 Bäumen im Hochtal von Cajamarca.

In Cajamarca hat sich das Klima, die Wassermenge, die Luftzusammensetzung, die Humusbildung in den letzten Jahren spürbar verbessert. Tarabuco liegt gleich hoch über dem Meeresspiegel und wir erwarten dort ebenfalls ein kleines Paradies, sobald ungefähr 60 bis 100 Hektar Erosionsland in Wald verwandelt sein wird.

In beiden Zentren helfen jetzt auch deutsche Freiwillige mit. Sie kommen für ein Jahr aus dem Programm „weltwärts“ oder sind Zivildienstleistende im Ausland. Sie arbeiten als Schulassistenten, organisieren Sport-, Spiel-, Computerunterricht. In Tarabuco und Umgebung waren 800 SchülerInnen dabei, mit ihnen die Umwelt von Abfall zu befreien. Auch die Schulspeisung wird mit den Bauern und deren eigenen Produktion organisiert und zubereitet. Mit dem Bürgermeisteramt und den Reiseagenturen werden Treffen mit den Dörflern in unterschiedlichen Gemeinden geplant und Wanderungen bis nach Icla durchgeführt. Somit wurde und wird der Öko-Tourismus auch eine Aufgabe der Freiwilligen.

In Cajamarca wurden und werden Waldlehrpfade, Waldspielplätze und Holzhäuser gebaut. Wenn etwas sichtbar entstehen kann, dann sind die Freiwilligen gerne bereit sich die Hände und Kleider schmutzig zu machen. Nach dem Arbeitstag spielen sie Fußball. Musik entsteht am Lagerfeuer, die neuen Kartoffelsorten werden gekocht und mit scharfer Soße gegessen, Gemüse gibt es ebenfalls genug. Oft stiftet die Administration (Aleja Romera) auch einen geschlachteten Hahn dazu bei.

Seit zehn Tagen sind im Gegenzug zwei bolivianische Freiwillige (aus Cajamarca und Alcalà) in je einer Jugendherberge in Zwingenberg / Bergstrasse und in München tätig. Das eröffnet nun auch ihnen weltweite Lernmöglichkeit.

Balbino Mendez und seine Frau Martha sind verantwortlich für das Jugendzentrum in Tarabuco. Der köstlich zubereitete Mittagstisch in Marthas Restaurant bringt täglich bis zu 20 Gäste ins Jugendzentrum. Für 10 Bs. (umgerechnet 1,-) kann jeder Besucher, jede Besucherin eine bolivianische Suppe mit viel Gemüse und „el segundo plato“ (immer mit Fleisch) genießen.

In Cajamarca müssen die Besucher sich noch selbst ihre Speisen in den Küchen zubereiten. Erst im September, wenn die ersten ständigen Freiwilligen dort sein werden, wird der Verein Centro Ecológico Juvenil (CEJ) eine Köchin einstellen, die auch Gäste mitversorgen kann.

Ich freue mich schon auf die Zeit im November 2009 bis März 2010. Dann werden wir mindestens 5.000 Bäume in der Umgebung von Tarabuco pflanzen. Jetzt schon sorgen sich 6 Studenten der landwirtschaftlichen Universität um die neuen Pflanzlinge, die im offenen Gewächshaus heranwachsen. Hoffentlich wird der bolivianische Winter im Juni bis August nicht zu kalt.

Unsere Web-Seite wurde ergänzt und ein Faltblatt in deutscher und spanischer Sprache gedruckt. (www.cajamarca-bolivien.de)

Wir suchen pensionierte und finanziell abgesicherte MitarbeiterInnen, die unsere Freunde beim CEJ beraten und helfen können. Besonders Alberto Tapia, Pastor Cabrera und Gastòn Rivera (alle drei in Führungspositionen) brauchen Unterstützung. Unsere 18 Vereinsmitglieder in Sucre arbeiten honorarfrei und sind dankbar für jeden konzeptionellen, praktischen oder finanziellen Beitrag.

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Mein besonderer Dank geht an Lic.Max Steiner, Leiter der Hostelling International in Bolivien. Max ist der gute Hüter und Betreuer aller 19 Jugendherbergen in Bolivien und somit auch unser Helfer in Cajamarca und Tarabuco.